Sächsisch Ipsum
Platzhaltertext-Generator im sächsischen Dialekt

Ein browserbasierter Platzhaltertext-Generator, der das lateinische Lorem Ipsum durch authentischen obersächsischen Dialekt ersetzt. Single-File-App – kein Build-Schritt, kein npm, kein Framework.


- —Drei Ausgabemodi: Absätze, Sätze oder Wortliste – Menge per Schieberegler einstellbar
- —Integriertes Sächsisch-Deutsch-Glossar (30 Einträge + erweitertes Modal) und Lautlehre-Referenz
- —Dark Mode aus einem Nachtfoto von Coswig abgeleitet – Hintergrund wechselt von Tages- zu Nachtvideo
- —Die gesamte Anwendung wird als einzelne index.html ausgeliefert – kein Build-Schritt, keine Abhängigkeiten
- —GitLab CI/CD deployt in unter 30 Sekunden per SFTP bei jedem Push auf main
- —E-Mail-Harvesting-Schutz: Kontaktadresse wird zur Laufzeit aus Teilen zusammengesetzt
Sächsisch Ipsum ist ein browserbasierter Platzhaltertext-Generator, der das jahrhundertealte lateinische „Lorem Ipsum" durch authentischen obersächsischen Dialekt ersetzt – das warme, unverwechselbare Idiom aus Dresden, Leipzig, Chemnitz und dem Erzgebirge. Wo klassischer Fülltext sinnlose Silben aus Cicero bietet, liefert Sächsisch Ipsum Phrasen wie „Nu guggema, da kommd ja der Nieslbriem schon widda!" – und wer kein Sächsisch spricht, findet ein eingebautes Wörterbuch.
Das Projekt ist eine bewusste Übung in Beschränkung: Die gesamte Anwendung lebt in einer einzigen index.html-Datei. Kein Build-Schritt, kein npm, kein Framework. Die Datei im Browser öffnen – und sie funktioniert. Diese Einfachheit ist keine Einschränkung – sie ist der Punkt.
Funktionen
Der Generator bietet drei Ausgabemodi – Absätze, einzelne Sätze oder eine Wortliste –, jeweils per Mengenregler von eins bis zehn Einheiten einstellbar. Eine Checkbox ermöglicht das Voranstellen eines festen klassischen Einstiegs, der die „Lorem ipsum dolor sit amet"-Konvention aufgreift, auf die Designer für konsistente Layout-Vorschauen setzen. Ein Klick auf den generierten Text kopiert ihn in die Zwischenablage, bestätigt durch ein dezentes Feedback-Label an Ort und Stelle.
Über die Textgenerierung hinaus enthält die Seite ein kompaktes Sächsisch-Deutsch-Glossar (dreißig Einträge auf der Hauptkarte, eine erweiterte Version im Modal), eine Lautlehre-Referenz, die die charakteristischen Lautverschiebungen des Dialekts erklärt – „nicht" wird zu nisch, „schön" wird zu scheee –, und ein FAQ-Modal, das zugleich als augenzwinkernde kulturelle Einführung in die sächsische Identität dient.
Design
Die visuelle Richtung evoziert sächsische Volkskunst: Georgia und Palatino Linotype für die Typografie, eine warme Palette aus altem Pergament, tiefen Brauntönen und Bernstein. Ein ganzseitiger Videohintergrund zeigt Aufnahmen von Coswig, einer kleinen sächsischen Stadt an der Elbe – und verleiht der Seite sofort ein Gefühl von Ort.
Der Dark Mode wurde mit Bedacht umgesetzt. Statt einer einfachen Farbinversion leitet das Nacht-Theme seine Palette direkt aus einem Nachtfoto von Coswig ab: tiefblauschwarze Grundlage, laternenamber Akzente. Beim Aktivieren des Dark Mode wechselt der Hintergrund vom Tagesvideo zu einer Nachtaufnahme desselben Ortes. Das Theme wird vor dem Laden des Stylesheets angewendet, um jegliches Aufblitzen von ungestyltem Inhalt bei Rückkehrbesuchen zu verhindern, und die Einstellung des Nutzers wird in localStorage gespeichert.
Das Layout verwendet einen fest eingesetzten Rahmen – ein Gemälderahmen-Motiv mit L-förmigen Eckornamenten –, der Kopf- und Fußzeile verankert hält, während der Hauptinhaltsbereich unabhängig scrollt. Die zentrale Karte ist halbtransparent, damit die Landschaft dahinter durch die Oberfläche atmen kann.
Technische Umsetzung
Alle Interaktivität ist Vanilla JavaScript. Ein Pool von rund achtzig Dialektsätzen und eine separate Wortliste sind als einfache Arrays gespeichert; der Generator sampelt sie zufällig, stellt die gewünschte Anzahl an Absätzen oder Elementen zusammen und schreibt das Ergebnis direkt ins DOM. Es gibt keine State-Management-Bibliotheken, keine reaktiven Frameworks, keine externen Abhängigkeiten.
Modal-Overlays (FAQ, Glossar, Impressum) werden per CSS-Klassenmanipulation ein- und ausgeblendet und schließen per Klick auf den Hintergrund oder die Escape-Taste. Die Kontaktadresse im Impressum wird zur Laufzeit aus Teilen zusammengesetzt statt im Klartext zu stehen, was grundlegenden E-Mail-Harvesting-Schutz bietet.
Hintergrundvideos
Beide Hintergrundvideos – Tages- und Nachtaufnahme – wurden nicht gefilmt, sondern mit KI generiert. Ein einzelnes Standbild von Coswig diente als Quelle für beide Clips, animiert mit Higgsfield AI. Das Ergebnis ist eine Schleifenlandschaft, die bewohnt wirkt, ohne ein Kamerateam oder einen Drehort zu erfordern.
Deployment
Jeder Push auf den main-Branch löst eine GitLab CI/CD-Pipeline aus, die einen Alpine-Linux-Container hochfährt, lftp installiert und das Projektverzeichnis per SFTP auf einen Shared-Web-Host spiegelt. Die Pipeline dauert unter dreißig Sekunden von Push bis Live.
Ursprung
Die erste Iteration dieses Projekts war ein Claude-Code-Experiment: Kann die KI, gegeben eine bestehende Website als Referenz, sie von Grund auf nachbauen? Die Antwort war weitgehend ja. Aus dieser Übung entstand Sächsisch Ipsum – Struktur, Layout-Konventionen und Rahmenmotiv gehen auf diesen ursprünglichen Nachbauversuch zurück und entwickelten sich dann zu etwas Eigenem.
Inspiriert von bavaria-ipsum.de – aber für das beste Bundesland der Republik, natürlich.